Bewegungsstiftung
- Sitz
- 27283 Verden, Niedersachsen
- Gegründet
- 2002
- Website
- bewegungsstiftung.de
- Im Register
- seit 22.06.2018
Die Bewegungsstiftung ist eine Gemeinschaftsstiftung mit Sitz in Verden bei Bremen. Sie unterstützt soziale Bewegungen, die sich für Ökologie, Demokratie, Frieden und Menschenrechte engagieren, mit Zuschüssen und Beratung. Im Mittelpunkt stehen Protest und öffentliche Aktion, ein Bereich, den viele andere Förderer aussparen.
Förderansatz: Ursachen angehen statt Wohltätigkeit
Die Stiftung versteht sich nicht als karitative Einrichtung. Sie will gesellschaftliche Missstände an ihren Ursachen angehen und sieht in sozialen Bewegungen die treibende Kraft politischer Veränderung. Deshalb fördert sie Gruppen und Organisationen, die mit Kampagnen, Aktionen und Protest Druck aufbauen.
Geförderte Organisationen haben unter anderem den Kohleausstieg, die Mietenpolitik, Bewegungsfreiheit, transparente Demokratie und die Verkehrswende vorangebracht. Zu den Förderprojekten gehören etwa die Gesellschaft für Freiheitsrechte, das Verkehrswende-Bündnis „Bahn für alle“, die Flüchtlingsorganisation Women in Exile & Friends, die Seebrücke-Bewegung und das „Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus“. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung über 100 Kampagnen und Organisationen mit insgesamt fast sechs Millionen Euro unterstützt. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals und zusätzlichen Spenden stehen jedes Jahr rund 450.000 Euro für Förderung und Beratung bereit.
Förderprogramme für Initiativen, Kampagnen und Aktivistinnen
Die Bewegungsstiftung hat mehrere Förderprogramme und Beratungsangebote. Zu jeder Förderung gehört eine Projektbegleitung:
- Starthilfeförderung: für Initiativen und Organisationen, die neue Strukturen aufbauen oder neue Themen aufgreifen wollen, gerade dort, wo es noch wenig Erfahrung gibt. Gefördert werden Kosten zwischen 3.000 und 10.000 Euro.
- Kampagnenförderung: für Organisationen, die in strategischen Kampagnen auf öffentliche Aktionen und Protest setzen. Die Förderung liegt zwischen 3.000 und 15.000 Euro. Am Anfang steht ein kurzer Vorabantrag.
- Basisförderung: langfristige Unterstützung für Gruppen, mit denen die Stiftung schon zusammengearbeitet hat, etwa über eine Starthilfe oder Kampagnenförderung. Sie umfasst 30.000 bis 100.000 Euro über zwei bis drei Jahre und den Zugang zum Stiftungsnetzwerk.
- Bewegungsarbeiter*innen: ein Programm für Vollzeitaktivistinnen und Vollzeitaktivisten, die Protestbewegungen über lange Zeit tragen. Es läuft über ein Spendenmodell: Die Geförderten werben selbst Spenden ein, die Stiftung leitet sie weiter und begleitet die Aktiven.
So stellen Sie einen Antrag
Anträge sind mehrmals im Jahr möglich und werden über das Online-Förderportal der Stiftung eingereicht. Prüfen Sie zuerst anhand der Grundsätze der Förderung, ob Ihr Vorhaben zu den Zielen und Werten der Stiftung passt. Die Förderrichtlinien der einzelnen Programme helfen dann, das passende Angebot zu wählen; dort stehen auch Anforderungen, Umfang des Antrags und Fristen. Wenn noch Fragen offen sind, etwa welches Programm geeignet ist, berät die Stiftung per E-Mail und antwortet innerhalb von zwei Wochen.
Antragstellende müssen steuerrechtlich als gemeinnützig anerkannt sein. Initiativgruppen ohne eigene Rechtsform können zusammen mit einem eingetragenen, gemeinnützigen Verein beantragen, der gegenüber der Stiftung den Zuschuss empfängt. Direkte Anträge aus dem Ausland kann die Stiftung nicht bearbeiten. Vorhaben mit ausländischen Partnern oder Aktivitäten im Ausland sind nur über Organisationen mit Sitz in Deutschland möglich, und nur in der Starthilfe- und der Kampagnenförderung.
Gemeinschaftsstiftung mit geteilter Entscheidungsmacht
Neun Stifterinnen und Stifter gründeten die Bewegungsstiftung 2002 in Berlin mit einem Anfangskapital von 250.000 Euro. Sie waren selbst lange in sozialen Bewegungen aktiv gewesen und hatten erlebt, wie stark der Erfolg politischer Aktionen vom verfügbaren Geld abhängt. Als Angehörige der sogenannten Generation der Erben wollten sie Teile ihres Vermögens für gesellschaftlichen Wandel einsetzen. Heute tragen über 280 Stifterinnen und Stifter aus ganz Deutschland die Stiftung, das Kapital beträgt mehr als sieben Millionen Euro.
Die Stiftung ist demokratisch aufgebaut: Stifterinnen und Stifter, Aktive aus geförderten Projekten und erfahrene Leute aus sozialen Bewegungen entscheiden gemeinsam über die Förderung und die Entwicklung der Stiftung. Wer Vermögen einbringt, gibt damit bewusst Einfluss an einen kollektiven Prozess ab. Einmal im Jahr kommen Stiftende und Aktive zu einer Strategiewerkstatt in Berlin zusammen. Im Vorstand sind Nadine Golly und Millicent Adjei, die Verwaltung erledigt ein hauptamtliches Team.
Ethisch-nachhaltige Geldanlage
Auch das Vermögen selbst nutzt die Stiftung zur Förderung. Sie legt es nach eigenen ethisch-nachhaltigen Richtlinien an, etwa in alternativen Wohn- und Arbeitsprojekten, Agrarkooperativen, Windenergieanlagen, ethisch gebundenen Sparbriefen sowie ökologischen und sozialen Fonds. Beispiele sind der Werkhof in Lübeck, die Windenergieanlage „MasseWind“ und das Mietshäusersyndikat in Freiburg. Die Anlage soll langfristig, sicher und ertragreich sein und den Vermögenswert nominal erhalten.
Zustiften, spenden und informiert bleiben
Zustiftungen sind ab 5.000 Euro möglich und bringen volles Stimmrecht bei Förderentscheidungen mit sich. Kleinere Beträge kann man in den Fördertopf oder für die Bewegungsarbeiter*innen spenden; auch Vermächtnisse sind möglich. Außerdem gibt es Spendenpakete, mit denen Unterstützende ein besonderes Erlebnis wie einen Schreibworkshop erwerben. Interessierte können an Online-Treffen teilnehmen. Der gedruckte Newsletter bs aktuell erscheint dreimal im Jahr und wird kostenlos verschickt.
Diese Beschreibung wurde mit KI-Unterstützung aus der Website der Stiftung erstellt und bei der Eintragung geprüft.