Peter und Traudl Engelhorn-Stiftung
- Sitz
- Bayern
- Rechtsform
- Rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts
- Gegründet
- 1993
- Website
- engelhorn-stiftung.de
- Im Register
- seit 22.06.2018
Die Peter und Traudl Engelhorn-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung bayerischen Rechts, die 1993 errichtet wurde. Sie unterstützt junge Forscherinnen und Forscher in den Lebenswissenschaften, vor allem mit Postdoc-Stipendien und einem Forschungspreis. Gefördert werden Vorhaben an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Die Stiftung fördert einzelne Personen. Nachwuchskräfte, die bereits sehr gute Leistungen gezeigt haben, sollen die Freiheit bekommen, eigene und originelle Forschungsideen zu entwickeln und umzusetzen. Im besten Fall entstehen daraus neue Forschungsfelder. Ausgewählt wird nach wissenschaftlicher Qualität. Dabei achtet die Stiftung auf Chancengleichheit: Soziale und ethnische Herkunft, Behinderung, Geschlecht, sexuelle Identität, Religion und finanzielle Lage spielen bei der Entscheidung keine Rolle. Außerdem arbeitet die Stiftung mit anderen Organisationen und Institutionen zusammen, um wissenschaftsbasierte Antworten auf künftige Herausforderungen zu finden.
Postdoc-Stipendien
Ihr wichtigstes Förderinstrument sind Postdoc-Stipendien mit einer Laufzeit von höchstens zwei Jahren. In Deutschland richtet sich die Höhe nach der Entgeltgruppe E13 nach TV-L beziehungsweise TVöD. In Österreich und der Schweiz gelten die Sätze des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung beziehungsweise des Schweizerischen Nationalfonds. In der Regel schließt die Stiftung mit der geförderten Person, der Leitung der Forschungsgruppe und der aufnehmenden Einrichtung eine Zuwendungsvereinbarung. Danach ruft die Einrichtung die Mittel halbjährlich ab. Gemeinkosten übernimmt die Stiftung nicht. Wenn die Einrichtung einverstanden ist, kann das Stipendium auch direkt an die geförderte Person gezahlt werden.
Für eine Bewerbung gelten folgende Voraussetzungen:
- Studium und Promotion in einem naturwissenschaftlichen Fach, in Pharmazie oder Medizin mit überdurchschnittlichem Ergebnis
- Beginn der Promotion höchstens neun Jahre, Promotionsprüfung höchstens vier Jahre zurückliegend; Mutterschutz und Elternzeit werden mit bis zu einem Jahr pro Kind angerechnet
- Durchführung des Projekts an einem wissenschaftlichen Institut in Deutschland, Österreich oder der Schweiz
Zur Bewerbung gehören ein Datenblatt der Stiftung, ein kurzes Motivationsschreiben, eine Projektbeschreibung von maximal sechs Seiten, Lebenslauf, Zeugnisse, Publikationsliste, mindestens zwei Empfehlungsschreiben und die Zusage der Forschungseinrichtung. Alle Unterlagen werden als ein einziges PDF-Dokument über das Online-Formular eingereicht. Die Stipendien werden regelmäßig ausgeschrieben, die jeweils gültigen Fristen stehen auf der Website der Stiftung.
Wer gefördert wird, verpflichtet sich, mit voller Arbeitskraft am Projekt zu arbeiten und die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis einzuhalten. In Publikationen ist die Stiftung zu nennen. Halbjährlich ist ein Zwischenbericht fällig, nach Projektende ein Abschlussbericht. Das Projekt muss spätestens sechs Monate nach Abschluss der Vereinbarung beginnen. Wer Thema, Arbeitsgruppe oder Institut wechseln will, muss das beantragen.
Forschungspreis der Peter und Traudl Engelhorn Stiftung
Daneben vergibt die Stiftung einen Forschungspreis über 10.000 Euro an eine Nachwuchspersönlichkeit, die auf einem aktuellen Gebiet der Lebenswissenschaften herausragende Ergebnisse erzielt hat. Früher wurde der Preis alle zwei Jahre verliehen, künftig jährlich zu Jahresbeginn. Die letzte Verleihung fand im schweizerischen Klosters statt. In Ausnahmefällen hat die Stiftung den Preis auf zwei Personen aufgeteilt.
Vorschlagen können anerkannte Persönlichkeiten aus den Lebenswissenschaften; auch Selbstnominierungen sind möglich. Infrage kommen Personen, die in Deutschland, Österreich oder der Schweiz forschen und deren Promotionsbeginn höchstens zehn Jahre zurückliegt, wobei Mutterschutz- und Elternzeiten berücksichtigt werden. Für eine Nominierung genügen eine kurze Begründung und die Kontaktdaten der vorgeschlagenen Person. Wer sich selbst nominiert, reicht Lebenslauf, Publikationsliste, eine Begründung der wissenschaftlichen Leistung und zwei Empfehlungsschreiben ein. Ausgezeichnet wurden bisher etwa Arbeiten aus der Bioinformatik, der molekularen Virologie und der Proteinforschung mit medizinischer Perspektive.
Peter Engelhorn und die Gründung der Stiftung
Namensgeber ist Peter Engelhorn (1924 bis 1991). Der in Aachen ausgebildete Diplom-Ingenieur war viele Jahre einer der wichtigsten Gesellschafter eines international tätigen chemisch-pharmazeutischen Unternehmens. Ihn interessierten Fortschritte in Wissenschaft, Kunst und Industrie gleichermaßen, und Naturwissenschaft und Kunst sah er gemeinsam als Grundlage der europäischen Kultur. Zwei Jahre nach seinem Tod errichtete seine Witwe Traudl Engelhorn-Vechiatto die Stiftung in seinem Sinne. Sie begleitete sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2022, die Nachwuchsförderung lag ihr besonders am Herzen. Heute führt ihre Tochter dieses Engagement weiter.
Prof. Dr. Herwig Brunner gehörte zu den Gründungsvorständen. Er war lange Mitglied des Vorstands, zuletzt als Vorsitzender, und wechselte nach seinem Ausscheiden in den Stiftungsrat. Nach eigenen Angaben hat die Stiftung seit ihrer Gründung mehr als 150 Stipendiatinnen und Stipendiaten gefördert und ihren Forschungspreis an 18 Personen vergeben.
Diese Beschreibung wurde mit KI-Unterstützung aus der Website der Stiftung erstellt und bei der Eintragung geprüft.