Personalmanagement von Stiftungen

Personalmanagement

Die Gründung einer Stiftung setzt ein gewisses Eigenkapital voraus. Denn nur mit einem gesunden Kapitalgrundstock kann eine Stiftung ihr Ziel erreichen. Bei den rechtsfähigen Stiftungen wird das Stiftungsvermögen auf ewig „eingefroren“ und damit erhalten. So können die Ziele der Stiftung mithilfe der Kapitalerträge oder beispielsweise auch Mieteinnahmen verwirklicht werden.

Um dieses Stiftungsvermögen zu erhalten und im Sinne des Stifters zu verwalten, benötigt die Stiftung fähiges Personal.

Eine gründliche Einarbeitung in das Finanzwesen einer Stiftung ist ebenso Voraussetzung wie kreative und effektive Ideen, wie das vorhanden Kapital möglichst gewinnbringend angelegt werden kann.

Statistische Zahlen zum Beschäftigungswesen der Stiftungen

Grundsätzlich beschäftigen Stiftungen hauptamtlich und ehrenamtlich Mitarbeitende. Diese Aufgabenteilung macht durchaus Sinn. Denn die tarifgemäße Bezahlung von Stiftungsvorständen oder anderen Mitarbeitenden kostet viel Geld. Allerdings ist es sinnvoll angelegt, wenn sich Hauptamtliche mit ihrer ganzen Energie und Ideenvielfalt für den Stiftungszweck einsetzen können.

Aber auch Ehrenamtliche bewirken im Stiftungswesen Unbezahlbares. Viele Aufgaben können nur verwirklicht werden, weil zahlreiche Personen in einer Stiftung mitarbeiten, die keine Entlohnung erwarten. Sie setzen sich mit Engagement, Fachkompetenz und Geduld für das Stiftungsziel ein. Ein gesellschaftlich nicht zu unterschätzender Aspekt.

Folgende Fakten ergab eine Befragung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen:

  • Über 20 Prozent der Stiftungen arbeiten mit hauptamtlichen Geschäftsführern.
  • Mehr als die Hälfte der Stiftungen, die bezahltes Personal einstellen, führen höchstens fünf Mitarbeiter.
  • Abgesehen von der Geschäftsleitung sind nicht einmal 60 Prozent der anderen Mitarbeiter in Vollzeit angestellt.
  • Die Frauenquote der Angestellten unterhalb der Leitungsebene liegt bei 40 Prozent.
  • Die Teilzeitbeschäftigung von Frauen liegt deutlich höher als die der Männer.

Diese Zahlen vermitteln ein Bild, das eng mit der Frage nach dem Warum einer Stiftung sowie der Vermögensbewirtschaftung verknüpft ist. Das Ziel einer Stiftung ist die Förderung oder Verwirklichung eines gesellschaftlich sinnvollen Projektes. Sei es ein Kulturelles, Sportliches, Soziales oder ein anderes Ziel, eine Stiftung muss sorgfältig und auf Zukunft bedacht mit den ihr vom Stifter anvertrauten Vermögenswerten umgehen.

Welche Positionen sind in Stiftungen hauptamtlich zu besetzen?

Die Frage nach der Besetzung der Stellen hängt von der Art der Stiftung ab. Immerhin stellte Frau Dr. Sandberg bei einer Befragung der Verantwortlichen im Stiftungswesen im Jahr 2014 fest, dass der größte Teil der Stiftungen ihre Organe komplett oder zumindest zum Teil ehrenamtlich besetzen.

Allerdings sind die Vorstände beziehungsweise Geschäftsführer in vielen Fällen in Vollzeit angestellt. Diese Besetzung zeigt eine gewisse Wertschätzung gegenüber der verantwortungsvollen Aufgabe. Die Wertschätzung drückt sich auch in Zahlen aus. Immerhin kommt Frau Dr. Sandberg auf einen Durchschnittsbetrag von 100.000 Euro im Jahr für hauptamtlich angestellte Führungskräfte im Stiftungswesen.

Welche Möglichkeiten der finanziellen Anerkennung gibt es für ehrenamtlich Mitarbeitende?

Ehrenamtlich heißt im Stiftungswesen nicht unbedingt, dass die Arbeit ohne finanzielle Aufwandsentschädigung geleistet wird. Abhängig vom Stiftungskapital entschädigen zahlreiche Stiftungen ihre Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder für die entstehenden Auslagen und Kosten.

Ehrenamtliche Mitarbeiter erhalten in individuell vereinbarten Höhen:

  • Sitzungsgelder
  • Pauschalen
  • Aufwandsentschädigungen

Die Höhe der Beträge variiert stark. Sie wird individuell vereinbart und kann sich nach der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit richten. Meist werden die Beträge pro Jahr ausgehandelt.

Gute Stiftungen brauchen kompetentes Personal

Stiftungen können nur effektiv arbeiten, wenn fachkundige Personen die Ziele verwirklichen. Deshalb macht es Sinn, wenn die Mitarbeiter sich mit dem Stiftungszweck identifizieren können. Das Problem bei der Sache ist, dass gut ausgebildete Persönlichkeiten einen entsprechenden Lohn oder eine spezielle Herausforderung suchen.

Aufgabe der Stiftungen ist es nun, sich bei der Personalsuche entsprechend zu verkaufen. Zuvorderst sollte die Überlegung stehen, wie sich die Stiftung in der Öffentlichkeit darstellt. Und welche Vorteile eine potenzielle Beschäftigung bei der Stiftung dem Interessierten bieten kann.

Mit gezielten Beratungsangeboten unterstützt der Bundesverband Deutscher Stiftungen oder weitere Stiftungsberatungen die Personalsuche von Stiftungen.

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