Ist das Rauchen von Wasserpfeifen gesünder als die Zigarette?

Wasserpfeiffe

Das Rauchen von Shisha oder Wasserpfeifen liegt voll im Trend. In den Innenstädten werden immer wieder neue Shisha-Bars eröffnet und haben regen Zulauf. Dabei verspricht man sich vom Shisha Rauchen eine gesündere Alternative als der klassische Griff zur Zigarette. Vor allem bei der Jugend ist der Trend zu sehen, schon ein Drittel der Kinder und Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren haben bereits einmal Wasserpfeife geraucht. Laut Statista, einem deutschen online Portal für Statistik und Marktforschung, wurden im Jahr 2021 1,8 Milliarden Euro durch den Verkauf von Pfeifentabak, Wasserpfeifentabak und für sogenannte elektrische Tabakerhitzer eingenommen. Im Vergleich zu 2019 hat sich diese Zahl fast verdreifacht.

Schadstoffe im Rauch

Wasserpfeifenrauch enthält ca. 82 schädliche Substanzen, 27 davon sind laut wissenschaftlichen Untersuchungen krebserzeugend oder stehen im Verdacht krebserzeugend zu sein. Vor allem die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) werden durch den Rauch eingeatmet und die Konzentration, die man in einer Stunde einatmet, liegt fast 46-mal höher als beim Rauchen einer klassischen Zigarette. Auch flüchtige Aldehyde sind um den Faktor 13 höher als bei Zigaretten. Wie bei der Zigarette findet man im Rauch, durch die Verbrennung auch organische Substanzen wie Nickel, Chrom oder Blei. Was den Nikotingehalt angeht, haben Messungen aus dem Urin ergeben, dass eine Stunde Shisha dem Rauchen von 10 Zigaretten entspricht, das Rauchvolumen entspricht sogar 100 Zigaretten.

Von Kritikern solcher Studien wird oft angeführt, dass der Shisha Rauch durch eine Tauchsäule durch ein Wasserbad geleitet und dadurch verdünnt bzw. gereinigt wird. Das höhere Rauchvolumen soll deshalb weit ungefährlicher sein. Das Problem ist aber laut Spezialisten, dass der Rauch durch die Tauchsäule und nun meist einen Diffusor am Ende geführt wird und am Ende Luftbläschen entstehen, in denen dieser Rauch enthalten ist. Dieses Blubbern hört man auch beim Inhalieren, allerdings verhindern genau diese Luftbläschen, den Kontakt des Wassers mit dem Rauch. Damit wird eine Reinigung des Rauches ausgeschlossen, er wird lediglich gekühlt, was das Inhalieren leichter macht. Dr. Katrin Schaller vom WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle des Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg sagt zu der Schadstoffmenge im Rauch: „Aufgrund des größeren Rauchvolumens nimmt der Konsument sogar eine wesentlich größere Schadstoffmenge auf als beim Rauchen einer Zigarette.“

Gesundheitliche Risiken

Die gesundheitlichen Risiken durch das Verbrennen und anschließende Inhalieren vom Tabakrauch sind wie bei der Zigarette sehr groß. Studien haben ergeben, dass regelmäßiges Shisha Rauchen für gefährliche Atemwegserkrankungen verantwortlich sind. Dabei ist das Risiko an einer chronisch-obstruktiven Bronchitis (COPD) zu erkranken rund 1,2- bis 8-mal höher als bei Nichtrauchern. Auch die Gefahr an Lungenkrebs zu erkranken, steigt signifikant an, der Faktor liegt zwischen 1,3 bis 3,4. Vor allem die Gefahr an oralen Tumoren zu erkranken, liegt um das 2,5- bis 6,9-fache höher als bei Nichtrauchern. Dazu kommt eine höhere Wahrscheinlichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Suchtgefahr durch die Wasserpfeife

Die Wasserpfeife wird meist in Gesellschaft geraucht und das auch nicht täglich. Dabei lockt der Shisha Tabak mit verschiedensten Geschmacksrichtungen und Stärken. Gerade der Nikotingehalt wird häufig unterschätzt, ob die Wasserpfeife aber genauso abhängig macht wie die Zigarette wurde bisher nicht ausreichend nachgewiesen. Die Shisha wird aber meistens als Einstieg in das Rauchen angesehen.

Während am Anfang noch nur in Gesellschaft, zum Beispiel in einer Shisha Bar geraucht wurde, rauchen einige auch immer regelmäßiger zu Hause. Dies führt häufig dazu, dass Raucher von Wasserpfeifen in Zukunft zu Rauchern von Zigaretten werden. Diese können unkomplizierter auch unterwegs konsumiert werden und die Nikotinsucht so befriedigt. Vor allem für Jugendliche ist das Inhalieren von Wasserpfeifen Rauch und natürlich auch der von Zigaretten besonders gefährlich. Sie befinden sich noch in der Entwicklung und die Gefahr einer geringen Knochendichte ist besonders hoch bei ihnen.

Verschärfung des Tabakerzeugnisgesetzes

Auch die Politik hat die Gefahr der verschiedenen Formen des Rauchens, egal ob Zigarette, Wasserpfeife oder Dampfgeräte erkannt. Am 18. September 2021 hat der Bundesrat dem vom Deutschen Bundestag beschlossenen zweiten Gesetz zur Änderung des Tabakerzeugnisgesetzes zugestimmt. Damit ist vor allem die Platzierung von Werbung ab spätestens 2023 nun auch auf Litfaßsäulen, Plakaten und riesigen Displays untersagt. Außerdem wird besonders der Verkauf von Shisha Tabak dieses Jahr durch die Verpackungsbegrenzung von 25 Gramm stark eingeschränkt. Tabak wird dadurch teurer, was zu weniger Konsum führen soll.

Wasserpfeifen sind also keineswegs weniger gefährlich als Zigaretten. Allerdings werden diese weniger konsumiert. Besondere Gefahren bestehen dann, wenn auch das Rauchen von Wasserpfeifen zur Regel wird. Vor allem die Jugend und Kinder müssen vor den Gefahren des Rauchens zuverlässig geschützt werden, da hier eine hohe Suchtgefahr und gesundheitliche Risiken drohen.

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